Schulung

Fähigkeit, Schulung, Bewusstsein

Die ISO 50001 gibt vor, dass alle Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben, ausreichende Erfahrung bzw. Kenntnisse oder Ausbildung in relevanten Energiethemen haben. Was als „ausreichend“ gilt, legt das Unternehmen bzw. die Organisation selbst fest.

Diese Vorgabe der ISO 50001 sollte bereits im Einstellungsprozess (Human Resources Prozess) neuer Mitarbeiter Eingang finden: wird ein neuer Mitarbeiter mit Energieverantwortung gesucht, können relevante Qualifikationen bereits im Rahmen der Ausschreibung und weiter im Rahmen des Einstellungsprozesses vorgegeben bzw. abgefragt werden. Beispielsweise kann festgelegt werden, dass der operative Energiemanager neben einer ausreichenden Kenntnis der Normelemente der ISO 50001 auch Erfahrung mit der Durchführung von Internen Audits von Managementsystemen (z.B. Interne Audits gemäß ISO 9001 Qualitätsmanagementsysteme, ISO 14001 Umweltmanagementsysteme) haben muss. Bei einer Jobausschreibung bzw. Anstellung eines neuen operativen Energiemanagers sollte das von der Personalabteilung beachtet werden.

Auch Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen sind, können ihre Kenntnisse im Energiebereich vertiefen bzw. neue Qualifikationen durch Schulungen erwerben. Das wird optimaler Weise im Rahmen des Schulungsprozesses abgewickelt. Ein wichtiger erster Schritt in einer Organisation mit der ISO 50001 ist es, den Bedarf an energierelevanten Schulungen zu ermitteln. In vielen Unternehmen werden regelmäßig Mitarbeitergespräche durchgeführt, die sich sehr gut eignen, auch den Bedarf an Schulungen zu erheben. Der Schulungsbedarf kann aber auch durch andere Prozesse im Unternehmen ausgelöst werden:

  • durch Erkenntnisse im Rahmen von internen oder externen Managementsystemaudits
  • durch neue rechtlichen Vorschriften 
  • durch neue Geschäftstätigkeiten 
  • durch neue Anlagen, Maschinen oder Steuerungssysteme 
  • etc.

Die geplanten Schulungen sollten in einem Schulungsplan dokumentiert werden, das kann eine einfache MS Excel Tabelle oder ein EDV Schulungstool sein. Anbei ein Schulungsplan in einer einfachen Tabelle:

Die Nachweise der Schulungen (z.B. Teilnahmebestätigungen, Ausbildungszertifikate, Urkunden, interne Schulungsteilnahmelisten) müssen in der Organisation aufliegen. Sehr oft werden die Kopien der Ausbildungszertifikate im Personalordner abgelegt und die internen Schulungsteilnahmelisten in der jeweiligen Abteilung.

Es gibt gemäß der ISO 50001 auch energierelevante Mindestinhalte, über die jeder Mitarbeiter der Organisation Kenntnis haben muss, das ist: 

  • die Energiepolitik der Organisation und die Bedeutung der Konformität mit der Energiepolitik, 
  • die Aufgaben, Verantwortung und Befugnisse im Rahmen des Energiemanagementsystems, 
  • die Vorteile einer verbesserten energiebezogenen Leistung, 
  • den Einfluss jeder Tätigkeit auf den Energieeinsatz bzw. Energieverbrauch.

Empfehlenswert kann es auch sein eine Qualifikationsmatrix (z.B. MS Excel Sheet) für alle Mitarbeiter bzw. Funktionen/Positionen zu erstellen, aus der ersichtlich ist für welche Position welche Qualifikation erforderlich ist.

Aber auch Unterauftragnehmer mit wesentlicher Relevanz für den Energieverbrauch (z.B. Lohnfertigung, externe Wartungsfirmen) müssen in das Energiemanagementsystem eingebunden werden. Die ISO 50001 gibt vor, dass alle Unterauftragnehmer, die einen wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben, ausreichende Erfahrung bzw. Kenntnisse oder Ausbildung in relevanten Energiethemen haben müssen. Was als „ausreichend“ gilt, legt auch hier das Unternehmen bzw. die Organisation fest und muss im Rahmen des Beauftragungsprozesses berücksichtigt werden.

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